Zerflossen

Heute war es noch heißer! Und nichts los!

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Wir haben vier Unterschriften gesammelt und drei Förderkandidaten und nicht arg viel mehr Gespräche geführt.

Obwohl „nichts los“ nicht ganz stimmt. Zwischen elf und zwei Uhr war auf dem Platz ganz schön viel los, viele Feuerwehrautos und Menschen, da eine Hochzeit im historischen Rathaus gegenüber statt gefunden hat. Die Freiwillige Feuerwehr stand Spalier als das Brautpaar heraustrat und hatte Torbögen aus einem Feuerwehrschlauch aufgebaut und dann schickten sie das Brautpaar noch auf der Feuerwehrleiter hoch in den Himmel.

Dann fuhren alle ab und ab zwei Uhr kam wirklich niemand mehr.

Wir drei, Johanna, Werner und ich, drückten uns in der Hitze herum, versteckten uns unter den Regenschirmen und tauchten alle viertel Stunde unsere Füße in ein Wasserbecken. Bis fünf Uhr wurde es immer noch heißer. Irgendwann tunkte ich meinen ganzen Kopf sogar in Wasser, da ich hoffte, so ein wenig abkühlen zu können.

Glücklicherweise kam kurz vor sechs ein Mann vorbei, mit dem ich mich vormittags schon zwei Mal unterhalten hatte, der wirklich schnell von Begriff war, aber ganz schön lahmgelegt durch viele Medikamente die er anscheinend nehmen muss. Auf meine Frage ob wir bei ihm duschen könnten zögerte er erst, dann gestattete er es aber und war im Nachhinein ganz schön stolz auf sich, uns geholfen zu haben. Er gießt für 50 Cent die Stunde Blumen und hat fest vor, dem OMNIBUS einmal 1 Euro zu überweisen, wenn er nicht so knapp bei Kasse ist wie jetzt.

Abends haben wir dann einen Quinoa-Salat zubereitet und gegessen und ich hab mit Werner und Johanna Gedächtnis-Spielchen gemacht – oder sie mit mir?

Johanna lebt sich gut ein, sie ist eigeninitiativ, da hab ich sie heute auch gelobt, kann super kochen, mit exotischen Gewürzen umgehen, das kann ich gar nicht und sie ist auch schon gut in die „normale“ Arbeit des Omnibus eingestiegen. Ich übe mit ihr und sie mit mir „pälzisch babble“, sie hat ein gutes Sprachgefühl für diesen Sprachraum und kann die Melodie richtig gut nachmachen. Mittlerweile sind wir aber eher bei so einer Art sächsisch gelandet.

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Morgen kommt ein Artikel über den Omnibus in die lokale Presse, mal sehen ob dann mehr Interessierte kommen.

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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Zerflossen
26. August 2016 | 21:46