Wahlkampf in Japan

In Japan stehen nächstes Wochenende Neuwahlen an. Die Zeitungen in die ich mich peu-à-peu reinkämpfe, (noch reicht es leider nicht für Lektüre in Originalsprache) sehen darin vor allem einen Schachzug von Abe, dem gegenwärtigen Premier, die Panik um die geopolitische Lage vielleicht zu seinen Gunsten wenden zu können, denn in den oberen Etagen jagt gerade ein Skandal den nächsten, und er wäre eigentlich dran, zu gehen. Scheinbar die einzige wirkliche Konkurrenz kommt von der Bürgermeisterin Tokyos, deren neue Partei ein ebenfalls sehr sehr konservatives Profil hat, mit der Ausnahme, dass sie nicht an der Atomkraft festhalten will.

Mir hat diese Vorrichtung für die Wahlplakate ein großes Schmunzeln bereitet und ich hab mir vergnügt vorgestellt, wie das in Deutschland aussehen würde… Die geballte Inhaltslosigkeit ganz konzentriert, das wäre dann vielleicht weniger Schmerzhaft, als wenn die ganze Stadt zugekleistert ist und die Mätzchen an den Wahlplakaten die Stöckchen sind, über die die Bewusstseinsebene springt.

Jedenfalls bin ich überglücklich in wie viel ‚Standortspezifisches‘ ich gleich von Beginn an eingetaucht bin. Vieles ist erfrischend, schockierend, inspirierend, schön.

 

 

 

Enoch

20, studi, 世界人, erfurt.

kontakt: enoh.tabak@uni-Erfurt.de

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14. Oktober 2017 | 13:11