Verbindung

Liebe und Freundschaft können mit der Zeit tanzen.
Wenn man sie in ihrer ganzen Magie und Entfesselung erleben will, dann nützt es nichts bei diesen Tänzen den Takt laut mitzählen zu wollen, sprich die Zeit formal oder quantitativ zu teilen, zum Beispiel durch vergewissernde, regelmäßig geplante Verabredungen, Telefonate, oder eine hohe Kurznachrichten-Frequenz.
Dazu passend werde ich nie den Gedanken eines tollen Mit-Reisenden aus Bangladesh bei einer Begegnung in Chiang Mai, der Rose des Nordens Thailands, vergessen:

The amazing thing about encounting travelers, who become friends is, that they know at their goodbye that if they ever happen to meet again, they can continue their story instantly.
Etwa: Das unglaubliche bei sich begegnenden Reisenden, die Freunde werden, ist, dass sie, sollten sie sich je wieder treffen, ihre Geschichte mühelos und momentan fortsetzen können.

Das also immer wieder neu zu erfahren ist vor allem auch deshalb wichtig, weil ich momentan meine ‚faktische Zeit‘ sehr sehr freimütig sehr sehr vielen (vielleicht zu vielen, aber so fühlt es sich eigentlich momentan nicht an, vielleicht provoziere ich die Zeit (mal schauen woher da dann das ‚Dankeschön‘ kommt) an der es so weit ist) Themen, Dingen, Seminaren, Sprachen, Texten, etc. widme.
Mich fasziniert dann oft, wenn alles plötzlich doch in einem Gedanken kondensiert, oder  – zusch! – wieder in unterschiedlichste Richtungen entfliegt – so wie Blütenstaub.

Das führt dazu, dass ich mich ab und zu in einem Hamsterrad eigenwilliger Art fühle:

(die wirklich widersinnigen, ja oftmals peinlichen Copyright-Lizensierungs-Bedenken, habe ich heute lustvoll beiseite geschoben, und einfach endlich mal wieder selbst bisschen gescribbelt, fern von der Dichothomie aus „alles immer überall und frei verfügbar“ und „Zugangsbeschränkung“, wenn es um (geistige) Eigentümer geht. Sehr entschleunigend. Und das soll gerne rumfliegen als Blütenstaub, wohin es will oder geworfen wird.)

Meine jüngste Hamster-Rad-Tour führte mich nach Lüneburg und dort in eine Teppich-Halle, aus der ich zwei tolle Exemplare mitnehmen durfte.

Wie schön, dass ich mit Mit-Reisenden befreundet bin, Menschen also, die selbst auf eigenen Reisen sind und dennoch untereinander auf diesen Reisen verbunden sind.

 

Enoch

20, studi, 世界人, erfurt.

kontakt: enoh.tabak@uni-Erfurt.de

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8. Mai 2017 | 1:58