Schulung

Noch ein kleiner Nachtrag zu gestern. Um circa elf Uhr abends schlenderten Aurel und Katharina auf den Severinskirchplatz. Ich habe mich sooooo sehr gefreut, Aurel mal wieder zu sehen, den ich kennengelernt habe, als ich das zweite Mal 2013 an den Omnibus kam (nach einer zweijährigen Pause) und auch, dass ich Katharina erlebt habe. Die beiden sind jetzt ein super Omni-Paar. Wir saßen noch lange mit Werner und den beiden im Kerzenschein.

Heute machte ich eine Schulung in Unterricht mit einer Schulklasse. Eine Lehrerin kündigte sich bei Werner an und ich sagte, dass ich die Vorstellung gerne übernehmen wollte. Ich will mich darin üben, vor einer größeren Gruppe von Menschen die Omnibus-Arbeit vorzustellen. Werner stellte mich also vor, wir warteten noch auf die letzten Schüler, dann konnte ich starten. Ich hatte kein Konzept, fand aber immer den nächsten Faden, wie es am besten weitergehen sollte und hatte so nach 10 Minuten den Eindruck, dass die Arbeit ganz gut und rund vorgestellt sei. Dann gab es noch circa 10 Minuten Fragestunde, dann war ich entlassen. Die Lehrerin kam später noch einmal kurz an den Omnibus und gab mir die Rückmeldung, dass die Schüler fanden, dass ich selber nicht ganz überzeugt gewirkt hatte. Das konnte ich wirklich gar nicht verstehen. Ich hatte mich fest in den Boden verankert hingestellt, hatte manchen Schülern gegenüber im Kreis sicher in die Augen geschaut und hatte meine Überzeugungen dargelegt. Ich hatte eher Bedenken gehabt, dass sie mich übertrieben überzeugt fanden. Diese Rückmeldung konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, denn so hatte ich mich nicht gefühlt und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Schüler mich als „selbst nicht überzeugt“ wahrgenommen hatten. Ich kann mir die Rückmeldung nur so erklären, dass die Schüler mein immer wieder stockendes Sprechen, das einfach zu meiner Person gehört, als Nicht-Überzeugung interpretiert hatten. Das ärgert mich, denn ich will so wahrgenommen werden, wie ich mich veräußere. Außerdem sollen die Menschen lernen, dass es Menschen gibt, die nicht können, was für alle selbstverständlich ist. Menschen sind keine Automaten, sondern fehlerhafte Geschöpfte, die nur lernen können „auf ihren Macken Klavier zu spielen.“

Die Förderer-Arbeit lief heute besser als gestern.

Um 18 Uhr begann dann eine aufreibenden Fahrt in einen anderen Stadtteil Kölns. Es ging nach Köln-Mülheim. Nach anderthalb Stunden Fahrt fuhren wir auf den Wiener Platz. Das ist ein riesiger Platz, DER Knotenpunkt mit einer Galerie, vielen Geschäften, einer U-Bahn-Station, vielen großen Straßen, von denen eine direkt auf den Rhein zuführt. Außerdem saßen rundherum auf den Treppen viele Menschen, die meisten ausländisch und aus der Unterführung tönte eine orientalische Flötenmusik.

Der Abend brach langsam herein, Lichter gingen auf dem Boden an und wir im Omnibus aßen einen Couscous-Petrasilien-Granatapfel-Salat.

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Später kam noch Sofia, sie verbringt eine Nacht im Omnibus und fährt dann nach Frankreich; und sie, Werner und Lucie pflegten noch in der Dämmerung ihre Füße in dem Wasserspiel. Sie sahen aus wie Waschweiber.

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Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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15. September 2016 | 21:49