musikphänomenologie oder klassische musik

mein neues studium macht mir großen spaß – und eigentlich wollte ich ja nur meinen studentenstatus nicht verlieren. ich bin wie ein trockener schwamm, der alles was er bekommt aufsaugt. dass ich jetzt musikwissenschaft (d.h. kulturvermittlung mit schwerpunkt musikwissenschaft) studiere, habe ich ingo, dem universitätsmusikdirektor der uni wh zu verdanken. ich war stammgast in seinen jedes semester stattfindenden seminaren, in denen musikphänomenologie zu immer einem anderen thema betrieben wurde. das heißt wir hörten uns eine musik an und dann konnte jeder sagen was er wollte: was er gehört hatte, welche assoziationen ihr kamen, wie das gemacht war.. der offenheit waren keine grenzen gesetzt und vorkenntnisse waren natürlich nicht nötig. so muss die herangehensweise an musik sein – jeder mensch hat seine ganz eigene musikalität die viel mit seinem kreativen potenzial zu tun hat und durch musiklauschen und darüber sprechen kommt man an diese meist verborgenen schichten und schätze heran.

ich finde es schön, dass ich jetzt durch mein studium die möglichkeit habe, ganz viel musikphönomenologie zu betreiben. ich weiß, dass jeder musikphänomenologie betreibt, vielleicht unbewusst. für die meisten menschen ist „ihre“ musik eine lebensnotwendige tankstelle, ohne die sie ihren alltag gar nicht bewältigen könnten.

ich will mal hier den versuch wagen, der geneigten leserschaft ein bisschen klassische musik näher zu bringen, da mir sehr klar ist, dass die klassische musik langsam ausstirbt (wie das bildungsbürgertum, aber dazu ein ander mal). sie hatte zu viel vor, war leider größenwahnsinnig und zu meinem noch größeren bedauern eingebildet. mit diesen charakter-eigenschaften muss man im 21. jahrhundert wahrscheinlich langsam aussterben. doch sollten wir nicht vergessen, was wir ihr alles zu verdanken haben. schwärmerische melodien, unerklärliche klänge und die filmmusik. ohne filmmusik wären filme und das ganze fernsehen langweilig, also: dankeschön klassische musik. und wer war der wahre erfinder der filmmusik? richard wagner. man kann richard wagner finden wie man will, seine eigenen urteile sollte man erstmal beiseite legen und sich ganz vorurteilsfrei und offen auf seine musik einlassen. denn eines muss man ihm lassen – er konnte komponieren wie ein weltmeister (schon wieder so ein größenwahnsinniger).

und so will ich hier als erste musikphänomenologische einlage im rahmen des weltkulturerbes „klassische musik“ ein bisschen wagner erklingen lassen. es ist die ouvertüre des „tannhäuser“, dessen geschichte man jetzt beim lauschen gar nicht kennen braucht. schaut mal wie die musik auf euch wirkt, welche bilder kommen euch?

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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musikphänomenologie oder klassische musik
3. Dezember 2017 | 17:58