Mannem

Gestern war mein letzter Tag am Omnibus für diese zwei Wochen Mitfahrt. In gut einer Woche werde ich aber schon wieder weiter mitfahren. Ich bin schon Donnerstag nach der Arbeit abgereist, da ich heute unser democreate-Treffen vorbereite, das von heute Nachmittag bis Sonntagmittag stattfindet.

Es war gestern ein komischer Tag bei der Arbeit. Ich fühlte mich sehr erschöpft und ausgelaugt von den vielen Tagen in der Hitze, ich denke, dass es den anderen so ähnlich ging, außerdem auch angestrengt von der ständigen Bereitschaft, dass irgendwas getan oder an irgendwas gedacht werden muss. (Heute morgen ist mir eingefallen, dass wir keine Müllbeutel gekauft haben, Mist, hoffentlich fällt es den anderen noch rechtzeitig auf.)

Auf unserem Platz auf den Kapuzinerplanken besuchten uns leider nicht so viele Menschen, ich führte ungefähr so viele Gespräche, wie ich an einer Hand abzählen kann. Ein Gespräch mit einem mittelalten Mann stellte sich als intensiv heraus, da er viele detaillierte Fragen hatte und mir wurde irgendwann bewusst, wie ich ihn nur noch mit weit aufgerissenen Augen anschaute und seine Worte wie an mir vorbei schwebten.

Ich frage mich: Strengt nur mich die Omnibus-Arbeit sehr an oder geht den anderen das auch so? Keine Frage: Ich muss fast sagen, dass ich die Gesprächsarbeit liebe, ich schöpfe viel aus den intensiven und konzentrierten Kontakt mit den verschiedensten Menschen, aber nach zwei Wochen am Omnibus habe ich dann auch nicht mehr viel zu geben und muss die letzten Reserven Aufmerksamkeit zusammenkratzen.

Auf jeden Fall haben mich die zwei vergangenen Wochen wieder in engen Austausch mit den Menschen meiner Gesellschaft gebracht und haben mich mich sehr lebendig fühlen lassen.

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
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Mannem
2. September 2016 | 15:53