Hot hot hot

Heute war wieder richtig Sommer. Es freut mich sehr, dass ich dieses Jahr am Omnibus noch richtig Sommer abkrieg. Der Sommer ist ja immer so schnell vorbei, und wenn man am Omnibus ist, dann kann man den Sommer gar nicht verpassen. Du stehst oder sitzt den ganzen Tag draußen und bist schutzlos dem Wetter ausgesetzt; dadurch bist du dem Wetter aber auch ganz nah, bist irgendwie ein Teil von allem dich umgebenden. Das klingt so kitschig, ist aber wirklich meine reale Erfahrung, dass ich mich, wenn mit dem Omnibus unterwegs bin, mit einem ganz anderen Selbstverständnis in der Stadt bewege. Alles wird selbstverständlicher.

Schon morgens, als wir am Frühstückstisch saßen, war es sehr warm. Dann ist der Omnibus nach Osten ausgerichtet, also hatten wir auch den ganzen Vormittag/Mittag bis circa zwei Uhr pralle Sonne. Super Sach´. Wie gesagt, ich finde es wunderbar mich so intensiv den Elementen auszusetzen.

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Die Arbeit vor dem Omnibus lief ganz gut, es kamen viele Menschen, wir hatten meistens was zu tun. Die Menschen kamen mir allgemein entspannt vor, das hängt wahrscheinlich mit der sonnigen Weinanbaugegend zusammen, hier können die Menschen genießen und es sich gut gehen lassen.

Mit der Förderer-Werbung war ich heute leider nicht so erfolgreich, was ich auf mein rotes Sommerkleid zurückführe. Das sieht wirklich schön aus und die Leute haben wahrscheinlich gedacht, dass ich sie damit zu Handlungen bewegen möchte, die sie eigentlich nicht wollen, und haben sich deshalb nicht von mir überzeugen lassen.

Ich hatte zwei, drei Gesprächspartner, Art braungebrannte Arbeiter älteren Semesters, die aus der „Unterschicht“ stammten, die den vollen Durchblick hatten und genau merkten, dass die regierenden Politiker sie für dumm verkauften. Ich bewundere diese „Klasse“ Menschen. Die müssen so hart und viel und immer arbeiten und verdienen wenig, aber sie lassen sich nichts sagen und haben ihren eigenen Kopf.

Jetzt ist es schon neun Uhr abends und hier auf dem Rathausplatz summt es immer noch oder am lautesten vom ganzen Tag wie ein Bienenstock. Die Menschen sitzen gemeinsam draußen, unterhalten sich, sehen die Dämmerung hereinbrechen, die Straßenlaternen gehen langsam an, es ist immer noch warm – was gibt es schöneres!

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Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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24. August 2016 | 20:52