Heimisch werden

Heute war ich bei der Dienstbesprechung der Wittener Schulsozialarbeiterinnen im Rathaus und habe mich vorgestellt, damit mir eine, mehrere Einsatzstellen zugeteilt werden können. Ich war natürlich aufgeregt, werde ich kompetent rüber kommen, wird mein Sprechen flüssig sein, werden sie Stocken, Holpern als Aufgeregtheit deuten? Die Sache lief dann ganz glatt und ich fühlte mich sehr wohl ich der Runde von circa 15 bis 20 Frauen und einem Mann. Besonders die Leiterin mit dem wohlklingenden Namen Ramona Herzberg war sehr sehr nett und aufmerksam und darauf bedacht mich sanft einzuführen. Ich dachte, von so einem Kollegium umgeben hätte ich auch gerne einen Arbeitsplatz.

Ich hatte heute so die Vorahnung, dass wenn ich im November an verschiedenen Schulen in Witten mein Praktikum begehen werde, ich dann in Wittener Tiefen vordringen werde, von denen ich bisher noch nicht einmal geträumt habe. Ich lebe jetzt seit zwei Jahren in Witten und bin schon viel heimischer, als ich es am Anfang oder noch vor einem Jahr war. Aber DIE WITTENER kenne ich immer noch nicht.

Ich freue mich jetzt so sehr auf mein Praktikum, weil ich dann mal endlich richtig in die Stadt eintauchen werde.

Bis vor Kurzem hätte ich das gar nicht gewollt, die Vorstellung, in fünf Jahren auch noch in Witten zu wohnen, hatte mir da Angst und Schrecken eingejagt. Irgendwas hat sich verändert, denn ich war diesen Sommer, in meinen Semesterferien viel und gerne in Witten. Und das obwohl ich immer noch an der Oberfläche kratze.

Für mich sind Orte und Heimat ein großes Thema. Wo gehöre ich hin? Das heißt auch wo lang?

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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Heimisch werden
6. Oktober 2016 | 22:26