Gewissheit verlieren

Demokratien kennen auch den bitteren Weg zurück, Europa war lange Zeit globalgeschichtlich unentwickelte Peripherie, die Welt droht nicht zu „erfrieren“, wie noch ein Artikel der NYTimes in den 70ern befürchtete, sondern ganz im Gegenteil, und man mag es kaum glauben, auch Deutsche Altersvorsorgen sind eben nicht vollends „planbar, sicher, riestergefördert“…
Sucht euch ein paar launische, lustige oder faszinierende Beispiele!..
Oh, und dieses darf nicht fehlen: Wenn man ein Hinspiel in der Champions League 0:4 verliert, kann man trotzdem weiterkommen…


Gehegte Gewissheiten zu verlieren bereitet uns oft genug Unbehagen, und wir klammern. Dabei ist es ein wunderschöner Prozess, wenn wir es zulassen. Fallenlassen in neue Perspektiven bereitet Staunen (das ist diese Sache, bei der man große Augen bekommt, und was wir „Erwachsenen“, cool und abgebrüht, wie wir sind, nach außen hin meist irgendwie nicht mehr zeigen) und ich erlebe oft genug dann erst diese Magie und diese Freiheit, die das eigene innere und äußere – jetzt große! – Auge (s.o.) hat, um neue Verbindungen, Brücken und Möglichkeiten zu sehen. Neues entsteht unweigerlich. Seien es taoistische Weisheiten, die auf einen Blick so gar nicht zu mittelalterlicher Scholastik passen wollen, ihr auf den anderen aber in einem großen Reigen die Hand reichen. Oder die „heatmap“ (eine visualisierte Bewegungsverteilung von Spielern und Mannschaften während einem Fußball-Spiel) die ich ausgerechnet von Captain Fantastic, nicht gerade bekannt als Fußball-Enthusiast, zugeschickt bekam, in der ich sofort begeistert Parallelen entdeckt habe, zu seinen digital gewobenen Teppichen!

Enoch

20, studi, 世界人, erfurt.

kontakt: enoh.tabak@uni-Erfurt.de

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9. April 2017 | 7:14