gedanken über menschen und tiere

die elefanten-aktion hat dazu geführt, dass ich mir wieder viel gedanken über das zusammenleben von menschen und tieren gemacht habe. letzten winter im januar war ich ganz euphorisiert von dem bild, dass wir in einem großen zug angeführt von einem elefanten zur elefanten-runde ziehen und sagen, hey, ihr nennt euch hier elefanten-runde, aber habt den elefanten, den souverän gar nicht eingeladen. wie scheinheilig ist das denn? ich hatte bilder von prozessionszügen aus indien im kopf und spürte die kraft, die der elefant ausstrahlt. meine euphorie für diese aktion kühlte ab, als ich meinem guten freund steffen davon erzählte und er sagte, nein freya, das kannst du nicht machen. elefanten sind wildtiere, wir dürfen sie nicht einsperren, sie werden versklavt und hier in deutschland hinter gittern gehalten und sie führen ein leben voller leiden. da war das bild kaputt, denn steffen hat (zum teil) recht, elefanten sind wildtiere und sollten so wir wir menschen in selbstbestimmung und freiheit leben können. aber die elefantin limara, die ich kennen lernte, war gar keine geknechtete elefantin. sie hat ihren eigenen kopf und ihren eigenen willen, sie hat eine enge, freundschaftliche beziehung zu ihrem „besitzer“ und interessiert sich für menschen. du kannst sie gar nicht zu etwas zwingen, wenn sie nicht will, dann will sie nicht und dann musst du warten, oder wenn sie sich hier blätter holen will, dann holt sie sich die… das einzige was du als mensch tun kannst, versuchen mit ihre zu kooperieren. und ich denke, dass elefanten, so wie hunde und pferde, es mögen, wenn man sie herausfordert und sie ihre fähigkeiten unter beweis stellen und erproben können.

das mensch-tier-verhältnis ist immer ambivalent und ich wünsche mir auch, dass wildtiere ihr leben lang in freiheit leben können, so wie wir menschen es auch anstreben (obwohl es auch bei uns noch seeeeeehr viel zu tun gibt), aber auf der anderen seite: ist das problem gelöst, indem wir mensch-tier-beziehungen ganz kappen? ein tier ist eine unglaubliche präsenz und sie weist die menschen zurecht , wenn sie größenwahnsinnig werden und die erde zerstören. an so vielen ecken und ende wird die natur verletzt und kaputt gemacht (dass ich als jugendliche in eine schwere krise geraten bin) und wenn man da vorsichtig ist und dieser entwicklung entgegenarbeitet, dann kümmert das keinen. aber wenn man einmal mit einem elefanten spazieren geht, was natürlich nicht dem lebensraum eines elefanten entspricht, dann muss man sich gleich auf massive kritik gefasst machen.

ich tue, was in meiner macht steht, so viel für die rechte der natur und der tiere, dass mich diese kritik sehr trifft. fliegen, autos-haben, plastik-verbrauch, smatphones, nahrung aus konventioneller landwirtschaft und aus aller welt eingeflogen verletzen die rechte der natur und der tiere (und der menschen) aus meiner sicht viel stärker, als ein treffen mit einem elefanten, der bei menschen aufgewachsen ist.

das mensch-tier-natur-verhältnis wird aus meiner sicht immer ambivalent bleiben, da es um knallharte dinge geht, wie nahrung und überleben, deshalb ist das problem gar nicht damit gelöst, dass man die beziehungen kappt (geht ja auch gar nicht), sondern in dem man die beziehungen so respektvoll und freundschaftlich wie möglich gestaltet.

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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gedanken über menschen und tiere
8. Oktober 2017 | 15:04