From hero to zero – und zurück?

Ich hoffe, dass es nicht nervt, dass sich in meinen Beiträgen immer alles um mich dreht, aber ich denke nun mal viel über mich selber nach und es macht ja nur Sinn von etwas zu schreiben, was einen beschäftigt.

Ich denke viel über meine Entwicklung, meine Wandelungen, meine Höhenflüge und Fälle nach und versuche herauszufinden, wer ich bin. Ich trat nämlich schon sehr unterschiedliche in Erscheinung.

Meine Kindheit und Jugend kann man mit den Worten „from hero to zero“ betiteln. Bis ich zwölf Jahre alt war, war ich so ziemlich das beliebteste Mädchen meiner Klasse. Alle meine Klassenkameradinnen waren meine Freundinnen, viel Jungs waren in mich verliebt, ich war die erste Klassensprecherin, ich gründete die „Wilden Hühner“ und die „Silver Girls“, die Eltern meiner Klassenkameradinnen sagten ihren Töchtern, sie sollten sich ein Beispiel an mir nehmen und die Lehrer mochten mich natürlich auch, da ich eine interessierte Schülerin war und immer meine Hausaufgaben machte.

Mit dem Eintritt in die sechste Klasse änderte sich alles. Meine Freundinnen wendeten sich eine nach der anderen von mir ab und die Jungs waren nicht mehr verliebt in mich, ich war eine der unbeliebtesten Personen der Klasse. Ich war einfach eine Streberin, ich machte immer meine Hausaufgaben, ich meldete mich im Unterricht, ich las gerne und viel, ich spielte Cello, ich spielte im Orchester, interessierte mich für klassische Musik, ich war viel zu korrekt und brav, ich war einfach uncool. Und ich machte nicht etwas, nur weil alle anderen es machten. Das war meine feste Überzeugung, die ich niemals aufgegeben habe.

Dieser Fall sitzt mir noch immer tief in den Knochen, aber ich bin dran geblieben, ich bin bis zum Schluss in meiner Waldorfklasse geblieben, ich habe nicht aufgegeben, ich gehörte in diese Klasse und damit basta. Ich kämpfe noch immer um meinen Respekt und mit dem Älterwerden hatte ich das Gefühl, das ich bekomme, was ich verlange.

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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16. Februar 2017 | 22:26