Der Wald ist nicht genug

Heute verlief der Tag eher in gemäßigten Bahnen. Der Fersehbeitrag vom SWR lockte viele Menschen an den Omnibus, die auch bereit waren, über eine Förderung nachzudenken. Damit war das Ergebnis des Tages quantitativ gesehen viel besser als am ersten Tag.

Insgesamt kamen sehr viele Menschen, ich war gegen Nachmittag richtig froh, wenn mal 5 bis 10 Minauten keiner kam.

Der „herzerwärmende“ Mann vom Vortag kam wieder vorbei, um nach Johanna und mir zu schauen, ein bisschen zu quatschen, bei uns zu unterschreiben und sich in die Förderkandidatenliste einzutragen.

Ich wurde auch in zwei ellenlange Gespräche, von einer halben/dreiviertel Stunde verwickelt; einmal mit einem Mann, der so viele Bedenken hatte wie er Fachwörter verwendete und gar nicht auf meine andere Sichtweise eingehen konnte, sodass wir uns wieder und wieder im Kreis drehten, bis ich kurz aufgebracht wurde; sowie mit einer Frau, die sich erst in Werners Gespräch unverschämter Weise eingemischt hatte, dann aber mit mir ein ganz fließendes und auch für mich ergiebiges Gespräch führte. Sie wollte unbedingt von mir geduzt werden, das fiel mir schwer, fande ich auch nicht so angebracht und die Ansprache zur Förderung klang dann auch in meinen Ohren total bescheuert.

Allgemein stelle ich fest, dass ich auch nach fünf Jahren beim Omnibus wieder einen neuen Einstieg in die Gespräche gefunden habe. Der Einstieg beginnt bei der „Verwirklichung von Volksabstimmungsrechten“, geht über das Grundgesetz zu unserem Gesetzesvorschlag. Diese Schleife gefällt mir gut. Ich gebe mittlerweile den Leuten mehr Futter, damit die Förderer-Ansprache nachher eine gute Basis hat, aber ich habe manchmal auch gemerkt, wie ich ins Labern gekommen bin. Da muss ich aufpassen, dass ich nicht wie eine Werbe-Tante wirke. Der schenken die Menschen nämlich kein Vertrauen mehr.

Heute war ich nicht so angestrengt wie gestern, wo meine Sprache gegen Nachmittag/Abend auch immer mehr gestockt, geholpert und blockiert hatte; heute war ich viel lockerer, das Sprechen floss nur so dahin (dass ich eben auch manchmal dachte, Achtung, du laberst!) und wenn sich mal ein kleiner Knoten bildete, glitt ich ganz elegant wieder heraus.

Dann packten wir unsere sieben Sachen und fuhren durch den Pfälzer Wald in das schöne sonnige Landau. Die Strecke ging wirklich fast nur durch den Wald, das war so schön, die warme Abendsonne immer wieder zwischen den Bäumen verschwinden und durchscheinen zu sehen, rote Sandsteinfelsen zu entdecken, die für den Pfälzer Wald so charakteristisch sind und dann aus dem Wald rauszufahren und sich in einer völlig anderen Welt von hügeligen Weinhängen umgeben wiederzufinden.

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Symphonie aus der Neuen Welt

Dass Landau so herrlich ist, hätte ich nicht gedacht. Es ist so freundlich, hübsch, gut gepflegt und lebendig hier. Und wir stehen auch noch auf dem Traumplatz. Ich bin sehr gespannt auf morgen.

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Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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23. August 2016 | 23:02