Demokratiegarten

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Nachdem ich wieder sortiert bin, d.h. alle Emails durchgegangen und bearbeitet, alle möglichen Aufgaben erledigt, FörderkandidatInnen eingegeben, Wäsche gewaschen, meiner Bewerbung bei der Schulsozialarbeiterin nachgegangen und mir wieder einen Überblick verschafft habe, möchte ich auch aus meiner Sicht das Wochenende Revue passieren lassen.

Ich hatte zwar am Freitag gut Zeit alles vorzubereiten und war aus dem Grund nicht unter Druck, doch leichte Bedrückung stellte sich bei mir ein, als die Hälfte der Gäste nicht um 16 Uhr und auch nicht um 17 Uhr eintraf. Wahrscheinlich hatte ich ohne es bewusst zu tun, die Haltung der Verantwortlichen eingenommen und fühlte mich deshalb auch verantwortlich dafür, dass ein „ordentliches“ Treffen zu Stande kam. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich den Leuten etwas bieten müsste, da sie ja so weit für das spannende Treffen angereist waren (oder noch auf der Strecke waren) und jetzt hatten kurzfristig auch noch drei Personen abgesagt. Diese Umstände machten mich unsicher, unsicher wie ich mit der Situation umgehen sollte, aber ich versuchte mich zu entspannen und ließ die Dinge so ihren Lauf nehmen.

Wir begannen zu erst einmal, uns gegenseitig von unseren diesjährigen Omnibus-Mitfahrten zu erzählen, von unseren Eindrücken der Gesellschaft und des Zeitgeschehens. Dann, als wir vollständig waren, stiegen wir mit Berichten, was im Namen „democreate“ bisher passiert war, richtig in die Zusammenarbeit ein. Ich glaub wir waren alle erstaunt, dass schon so viel zu Stande gekommen war. Schon allein um sich das gegenseitig mitzuteilen hätte sich das Treffen gelohnt.

Am nächsten Vormittag sprachen wir über den Namen, was wir wollen, Kommunikation und Finanzen. Dann vesperten wir entspannt in Brigittes und Jans wunderschönem Demokratiegarten.

Nach der Mittagspause beschlossen wir, dass die Besprechung draußen weitergehen wollte. Wir kauten alle anstehenden Termine durch, wer wo hingeht und was da genau passiert. Dann gingen wir noch bis zum Abend-Pizza-Essen in Gruppenarbeit und arbeiteten dort an der Facebook-Seite, an Workshop-Konzepten und Aktionen.

Am Abend planten wir dann noch, was wir am 17.9. auf den Anti-Ceta-Demos in Berlin und Köln veranstalten wollen (wenn ich das richtig erinnere). Dann wanderten wir zu Jan in den raum und ließen da den Abend ausklingen. Oder doch nicht so ganz, denn danach zogen wir noch in meine WG und ich beschallte die anderen mit meinen Lieblingsschlagern und -Hits. Irgendwie kam mir das wie eine kleine Party vor und ich war ganz glücklich dabei, denn so eine Party hatte in meinem Zimmer bisher noch nicht stattgefunden.

Am nächsten Vormittag hatten wir noch eine Sitzung, bei der wir frei herumsponnen, was wir zur Bundestagswahl machen könnten.

Und wir redeten noch einmal über den Namen. Ich brachte ein, was Kilian am Tag vorher zu mir, Leon und Jan in der Gruppenarbeit gesagt hatte und verband es mit dem „Atelier“, das ebenfalls am Tag zuvor schon Thema gewesen war. „Atelier für den feinen Prozess der Abstimmung“. Ich weiß noch, wie einige Gesichter am Anfang ganz ent-geistert ausgeschaut hatten. Doch je länger wir darüber sprachen, desto be-geisterte wurden alle. Sofia sagte z.B. „Poesie“ und ihre Augen blitzten dabei. Ich denke bei dem Namen stark an „Phantasie“ und denke an eine Fabrik, wie aus „Charly und die Schokoladenfabrik“, wo in gemeinsamer Feinarbeit, in ganz ausgeklügelten Arbeitsprozessen Abstimmungen produziert werden.

Letztendlich fiel immer mehr Verantwortungsgefühl von mir ab und ich war innerlich so begeistert, was alles entstanden war, was alles in die Mitte, zwischen uns, ins Atelier eingebracht worden war.

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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7. September 2016 | 17:08