danke uwh

gestern war mein glückstag. so viel glück an einem tag kann man eigentlich gar nicht haben. ich hatte ein sehr gutes bachelor-abschluss-gespräch mit zwei meiner lieblings dozenten der uwh. der eine war aus berlin per skype zugeschaltet, aber das war gar nicht komisch und es kam einfach ein sehr flüssiges und von allen seiten interessiertes gespräch über die hiphop-kultur, was hiphop eigentlich für eine musik ist, was sie macht, was sie kann und was sie nicht kann und was mir die beschäftigung mit hiphop gebracht hat, zustande. in diesem aufzug erschien ich zu meinem prüfungsgespräch:

am schluss sagten sie, dass sie die note, die sie mir für den schriftliche teil der bachelor-arbeit gegeben haben, leider nicht bestätigen können, sondern dass sie mir stattdessen eine 1,0 geben wollen. das war fast zu viel des guten. dann aß ich noch zwei stunden mit meiner schulfreundin vanessa, die vor vier monaten nach witten gezogen ist, den ersten eisbecher diesen jahres und fand meine kette mit den kleinen diamanten wieder, die ich verloren geglaubt hatte. abends war ich noch im musicclub, wo ich ganz hin und weg von manchen sängerinnen, schlagzeug-, klavier- und kontrabass-soli war und auch viele tolle menschen traf. ich war so im glückstaumel, dass ich bis drei uhr nachts nicht einschlafen konnte..

einen schöneren abschluss meines studiums an der uni witten/herdecke hätte ich mir nicht wünschen können. ich bin im nachhinein sehr froh, dass ich den schritt gewagt habe, mich an einer, dieser privaten hochschule einzuschreiben. ich bin ja auch ein kind der sparsamen erziehung und hatte in den ersten jahren nach der schulzeit ein großes sicherheitsbedürfnis. ich kann mich noch an eine nacht meines ersten semesters an der uwh erinnern, in der ich vor panik, dass ich jetzt an dieser uni bin, dass dann auch wirklich etwas aus mir werden muss und dass ich alles werde zurückzahlen müssen, nicht schlafen konnte. außerdem war die studien-zeit nicht immer einfach. ich war ganz auf mich allein gestellt, keine klasse oder kein kurs, der mich durch das studium begleitete. aber dadurch habe ich langsam auch gelernt, initiativer zu werden. wenn ich mich nicht beweg, dann passiert auch nichts. wenn ich nicht weiß, was mich interessiert, dann kommt auch keiner und sagt es mir. es ist ja nicht so, dass ich nie gewusst hätte, was mich interessiert. als kind warst du buchstäblich dein interesse. aber dann, mit den ganzen sachen die du lernen sollst, mit den dingen die du machen sollst und vor allem mit denen, die du nicht machen sollst, vergisst du im heranwachsen irgendwie, was das nochmal war, dein interesse. an der uni witten/herdecke musste ich mich dann eben auf den weg machen und herausfinden, was das nochmal war, was ich von der welt wissen wollte. was mir dabei half und wofür ich den uni zum einen sehr dankbar bin, dass sie lauter tolle dozenten bei sich versammelt. ich habe wirklich unglaublich schöne, interessante und lehrreiche seminare miterlebt. zum anderen bin ich ihr jetzt dankbar dafür, dass sie mich ins kalte wasser geschubst hat, sodass ich eine eigene such-bewegung beginnen musste. die hat mich erst einmal zum hiphop gebracht, aber von hier aus sehe ich wieder ganz neue sachen, denen ich auf die spur kommen möchte, und komme dabei der freya, die ich werde möchte (und die jetzt wie ein traum tief in mir schlummert) immer ein stückchen näher.

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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danke uwh
8. Juli 2017 | 13:24