charles eisenstein erklärt die welt

… habe ich gedacht, als ich die ersten paar seiten des buches „die schönere welt, die unser herz kennt, ist möglich“ gelesen habe. ich habe das buch ziemlich in einem rutsch durchgelesen, da es einen sog ausübt und gedanke für gedanke langsam voran schreitet. das hat mir an dem buch gut gefallen, die ruhe, die es auf mich ausgestrahlt hat und die gründlichkeit, mit der charles eisenstein jeden gedanken zugelassen und ihn ausgebreitet hat. es ist sehr persönlich geschrieben, aus eigenen erfahrungen gespeist, die charles eisenstein ohne befindlichkeiten mit der leserin teilt. er ergründet sein ganzes wesen, befragt alle seine gedanken und gefühle, woher sie kommen, ob sie eine verletzlichkeit verbergen und er arbeitet mit beharrlichkeit an sich selbst.

ich kann aber seine philosophie an die zwei welten, die aus der wir kommen, in der wir uns befinden, die welt der separation und die, in die wir gehen wollen, die welt des interbeing nicht so recht teilen. ich kann mir keine zukünftige welt vorstellen, in der „alles gut ist“. in der die menschen friedlich miteinander leben, in der die familien intakt sind und in der kein mensch mehr geizig, eifersüchtig, rachsüchtig und egoistisch handelt. ich behaupte jetzt mal grob, dass auch die anthroposophie diesen zustand anstrebt und ich habe selbst erlebt, dass in diesem streben nach harmonie und vollkommenheit sich plötzlich alles falsch anfühlt. ich kann an diese welt des interbeing, an die gute welt nicht glauben. ich glaube eher, dass es immer das schlechte, falsche und fehlerhafte geben wird (ich alter relativist) und dass wir menschen immer um das schöne, die glücklichen momente, die „akte der güte“ werden ringen müssen.

das buch hat mich an das schlüsselzitat aus cloud atlas erinnert. sonmi 451 sagt: „unsere leben gehören nicht uns. von der wiege bis zur bahre sind wir mit anderen verbunden, in vergangenheit und gegenwart. und mit jedem verbrechen und jedem akt der güte erschaffen wir unsere zukunft.“

 

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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charles eisenstein erklärt die welt
15. April 2017 | 20:18