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…aus meinem alten zimmer in jena:

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und nun in witten:

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,,bilanz ziehen“ war mein motto am ende des jahres. mir war schon klar, dass das ruhrgebiet optisch nicht besonders viel hergeben würde. ich hab ne menge lieber menschen in jena zurückgelassen und mich am ende des jahres oft gefragt, ob sich die investition gelohnt hat.

in witten habe ich einen wunderbaren job in einer wohngemeinschaft für menschen mit behinderung gefunden. dreimal die woche verbringe ich dort die nacht, wecke die bewohnerinnen morgens um 6, mache mit ihnen zusammen das frühstück, bevor diese dann von den bussen abgeholt werden und in die werkstatt fahren.

und auch das institutsleben gefällt mir richtig gut. wunderbare menschen, gutes essen und ein nettes ambiente. hunde finden gerne mal platz im seminar und auch kleine kinder sind gern gesehene gäste. viel zeit verbringe ich vor allem im mal-atelier im turmbau:

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das hier ist etwas anderes als eine universität. hier gibt es keine prätentiösen professoren, die sich besonders wichtig vorkommen, denen es nur darum geht, dass ihre zöglinge genau so denken sollen wie sie selbst. sowas habe ich erwartet, als ich mich entschlossen habe nach witten zu ziehen.

umso beleidigender finde ich es, dass in den lehrveranstaltungen kaum mehr chaotische zustände sein dürfen. man nimmt die vorgefundenen strukturen stillschweigend in kauf, ohne sich ernsthaft gedanken um ihre daseinsberechtigung zu machen. und wenn man dann die leute nach ihrer persönlichen meinung fragt, wie bspw. zur anwesenheitspflicht, tritt schnell die absurdität der übernommenen strukturen in erscheinung. wer braucht für sich denn bitteschön ein anwesenheitspflicht? wie blöd kann man denn sein, sich freiwillig verpflichten zu lassen? bin ich hier etwa bei der bundeswehr gelandet?

ich will mir meine regeln selbst geben!

 

Jonas

Jonas

28 jahre, witten
Jonas

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10. Februar 2017 | 13:57