Abbafin II

Trotzdem also der Abbafin beschlossen wurde und mir schien, dass sich einige auch innerlich bereit erklärt hatten, das Ganze mal zu verstehen und durch sich durch gehn zu lassen, bekam ich kaum Unterstützung in der Umsetzung, Planung und Bewerbung des Ganzen. Damit hatte ich aber auch schon gerechnet und zog so gut es ging erstmal „einsam“ meine Kreise…
In der Zwischenzeit wurden neue Repräsentanten gewählt. 17 große Revoluzzer (mal wieder), von 19 aufgestellten, mit einer im Vergleich zu anderen Universitäten anscheinend hohen Wahlbeteiligung von etwa 12%.
Auch denen habe ich stets angeboten, doch gemeinsam in die Planung und Umsetzung zu gehen, oder auch bei Fragen, Bedenken und Kritik ins Gespräch zu kommen. Schweigen.
Auch als ich dann die Plakate vorbereitete, ausdruckte und sogar im Büro laminierte (in Vorbereitung eines abkühlenden Gewitters) und in knalligem Sonnenschein auf dem Campus aufhängte.
Ein Freund sagte dankbarerweise zu, mich bei der nächsten Sitzung des ehrenwerten Gremiums zu vertreten, und noch einmal für Nachfragen da zu sein.
Beruhigt und gespannt darauf, was für Vorschläge vielleicht schon in der Zwischenzeit reinflattern würden (ein paar Kommilitonen hatten mir schon von ihren tollen Einfällen erzählt), konnte ich also auf Studienfahrt zum Haag gehn.

Um dort am zweiten Tag zu erfahren, dass das Ganze durch einen kurzfristigen, hysterischen Antrag in meiner Abwesenheit plötzlich abgesägt wurde.
Das wesentliche „Argument“ – Überraschung – war, dass man ja nicht wisse, mit was für Vorschlägen die Studis (die aber sicher einige Wochen zuvor mit großer Weisheit richtig gewählt hatten) aufwarten könnten. Es brauche einen Filter (für die Kreativität…). Und außerdem drohe der Gesichtsverlust und man würde sich als Gremium unnötig unter Druck setzen lassen.
Kenne ich irgendwoher… Im Prinzip ja schon wie die ganz Großen „da oben“, richtig frühreif.

Und jetzt, wo lang? Zuerst hatte ich ziemlich spitzzüngig ein paar Worte aufgesetzt, die ich den Leuten zukommen lassen wollte. Dann aber entdeckte ich etwas viel passenderes:
Mit 5% der Unterschriften der Studierendenschaft kann man ein Thema zur Urabstimmung setzen. Etwa 300 Leute also. Mal schauen ob ich das schaffe. Obwohl ich bis jetzt noch keine Kampfsammel-Erfahrung am Omnibus hatte. Drückt mir die Daumen.

Enoch

20, studi, 世界人, erfurt.

kontakt: enoh.tabak@uni-Erfurt.de

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7. Juni 2017 | 11:30