Weiter geht’s, Neues vom Omnibus aus K-town

Die Omnibus-Reise ging nach einer Woche TÜV-Pause weiter – in die Pfalz nach Kaiserslautern. Von den vielen Amis die hier wohnen auch K-town genannt. Die wohnen hier, da nicht weit entfernt von Kaiserlautern Ramstein liegt, der wichtigste Militärstandpunkt der USA, der außerhalb des eigenen Landes liegt. Von hier starten die Drohnen nach Nah-Ost. Gruselig. Über unseren Köpfen fliegen auch ganz oft ganz tiefe Riesen-Flugzeuge. Die sind gewaltig laut, aber nur wir drei vom Omnibus heben die Köpfe.

Wir, die Omnibus-Besatzung, das sind gerade Werner, Johanna (meine Mitbewohnerin) und ich (Freya). Wir sind seit Sonntag zusammen, seit wir Johanna vom Iserlohner Bahnhof abgeholt haben und dann gute 5 Stunden durch das Sauerland und dann die Rheinebene nach K-town gefahren sind.

Ich war sehr sehr gespannt auf die Pfälzer, da meine familiären Wurzeln alle aus der Pfalz kommen und ich mich frage, ob ich mich zu ihnen zugehöriger fühle, als zu den Schwaben, mit denen ich aufgewachsen bin.

Heute Morgen war ich erst ganz begeistert von den Typen. Es war den Vormittag ganz viel Trubel, viele Interessierte, Sympathische, z.B. Ein Halb-Ami mit Skateboard, bei dem wir auch nachher duschen können, und eine nettes Fernsehteam vom SWR. Da hat die Arbeit viel Freude gemacht. Einem Pfälzer hab ich erzählt, dass mein Vater in Pirmasens geboren wurde, das liegt hier nicht weit entfernt, da hat er mich gleich als Pfälzerin tituliert. Da fühle ich mich gleich willkommen. Der Mann war sowieso herzerwärmend, er meinte, als die Filmleute ihn filmten, dass er den Omnibus eine gute Sache fände, er aber nie den Wunsch zu einer Volksabstimmung gehabt hätte, da er mit allem zufrieden sei, die „jungen Damen“ ihn aber zum Nachdenken angeregt hätten.

Das war der Vormittag, da war ich ganz angetan von den Menschen aus K-town, dann kam der Nachmittag mit einem Ereignis, das mir Angst und Schrecken einjagt, die auch Stunden später noch in mir nachhallten. 2, 3 Typen kamen um die Ecke, laut, ineinander verkeilt, der eine, ein Weißer kräftiger drückte einen Schwarzen großen schlanken gegen die Wand, ich meine er hatte ein Messer in der Hand, ein 3. versuchte sie auseinander zu kriegen, der Schwarze brüllte ich bring dich um, es wurde immer lauter, immer mehr Menschen kamen, blieben stehen, schauten zu, dann rannte der Schwarze um die Ecke, der Weiße hinterher, es wurde noch lauter, eine Frau rief die Polizei an, ich konnte die Streitenden nicht mehr sehen, aber dann kam ein Eimer oder sowas um die Ecke geflogen.. Kurze Zeit später kamen ein paar Polizei-Autos. Mir war während der Szenerie der Atem gestockt. Ich habe Angst vor dieser Aggressivität. Ein schales Gefühl blieb den ganzen Tag.

Die letzte Stunde hatte ich noch ein intensives und langes Gespräch mit einem Ehepaar, das mich sehr bereichert, das mir aber kräftemäßig auch den letzten Rest gegeben hat.

Jetzt sehe ich K-town mit gemischten Gefühlen, mal sehen was der morgige Tag bringt.

 

Freya Lintz

Freya Lintz

24 jahre, studentin, witten.

kontakt: freya.lintz@omnibus.org
Freya Lintz

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22. August 2016 | 21:14