Ein Versuch zur Rufrettung

Juristen haben  keinen leichten Stand. Schon im Studium eilt mir und meinen Kollegen kein guter Ruf voraus. Im Kontext mit meiner Hausarbeit wurde ich von Nicht-Juristen immer wieder mit der Frage nach einem sehr verbreiteten Klischee konfrontiert.

Dem Bücherverstecken.

Es soll wohl vorkommen, wir schreiben alle mehr oder weniger das selbe Gutachten, da ist die eine Quelle Vorsprung für den einen oder anderen vielleicht verlockend. Mir kam es bislang aber nicht vor, wobei ich hier ausdrücklich nicht vom Einzelfall auf die Regel schließen will.

Mir ist eher ein anderes Phänomen, eine kleine, versteckte Solidarität aufgefallen. Es kommt vor, dass meine Kollegen in den Büchern, in denen sie lesen, eine Spur ihrer Lektüre zurücklassen. Die, gewollt oder nicht, für die dann folgenden Leser eine Hilfe darstellt, die gewünschte Stelle auch selbst schnell zu finden: Markierungen:

 

Der kleine grüne Zettel ist im einsamen Schreiben eine kleine Kommunikation. Ich weiß nicht, wie schnell die Bibliothek solche Markierungen entfernt. Sie wahren sich aber den Anschein von etwas nahem, warmen: vor nicht allzu langer Zeit, ist ein Mitstreiter auf der Suche nach der Lösung eines Problems auf genau diesen Seiten gewandelt, die Fährte ist noch heiß, ich bin hier nicht allein. Man könnte von einem „wo-lang?“-Moment sprechen.

Ein besonders schöner Moment war das Finden des folgenden Zettels:

 

 

 

 

 

 

 

 

Sprengstoffgesetz? Sprengstoffgesetz!

 

Was auch immer mich in den Genuss dieser Notiz brachte, auf die ich mir keinen Reim machen kann und will, dieser Person sei an dieser Stelle für Ihre Hausarbeit alles Gute gewünscht!

 

Ein Versuch zur Rufrettung