Das hier ist Mut.

Mir passiert das immer mal wieder, dass sich mir ein Wort oder Konzept im Kopf festsetzt und ich das dann tagelang, zum Glück meist neugierig, manchmal aber auch verbissen, mit mir im Kopf herumtrage, und darüber sinniere. In letzter Zeit ist das „Mut“.
Was in so einer Nachdenklichkeit rauskommt sind oft genug Fetzen, Anfänge, oder eben Erinnerungen. Hier jetzt das Letztere:

Bald ist wieder Abizeit und im Zusammenhang mit dem Thema Mut habe ich vor Jahren eine kleine Geschichte gehört, (keine Ahnung ob, und inwiefern sie wahr ist, das ist auch nur bedingt relevant) die mich immer noch fesselt und begeistert.
Im Fach Deutsch werden in Ba-Wü im Abitur die letzten Jahre 5 Aufgaben/Fragen gestellt, meine ich, von denen eine in jeweils ca. 4 Stunden zu beantworten, bzw. „bearbeiten“ ist. Die ersten vier drehen sich irgendwie über eine der Themen oder „Disziplinen“, die man die vergangenen Jahre in Vorbereitung auf diese schriftliche Prüfung durchegekaut hat: Vergleichende Interpretation von Auszügen aus Sternchenlektüren, Gedichtinterpretation, Texterörterung, u.a.
Die letzte Aufgabe die man wählen kann ist ein freier Essay zu einem Thema oder Wort. Wieder aus der freien Erinnerung, hieß meine Frage vielleicht in etwa so:

Was ist Sehnsucht? Beantworten Sie diese Frage in einem Essay.

In den vorherigen Jahrgängen war einmal die Frage, was Mut sei. Und anscheinend hat jemand seinen – vielleicht spitzen – Stift genommen, folgendes geschrieben

Das hier ist Mut.

und das Ganze, mitsamt weiterer leerer Papierbögen, abgegeben.

Der Erstkorrektor vergab 0 Punkte, der Zweitkorrektor 15 Punkte (Bestnote) und der bei großen Diskrepanzen nötige Drittkorrektor entschied wieder für die 0.

Herbst oder Frühling? (Datum der Aufnahme: 13.11.2017)
Das hier ist Mut.