Die Stadt vor meinen Füßen

Ich wohne nun seit fünf Monaten in Lyon. Nun kommt mir die Frage auf, wann ich die Stadt wirklich kenne;
Wenn ich jemanden auf dem Markt für einen kleinen Plausch treffe? Wenn ich drei mal nacheinander jemandem den Weg erklären kann? Wenn ich einmal durch alle Cafés gehopst bin?
Letztlich kam das Gefühl auf, als ich jemandem mal wieder begegnet bin, ohne ihn zu sehen.

Ein Künstler namens EMEMEM hat es sich zur Aufgabe gemacht die Schlaglöcher der Stadt zu verfliesen. Er heilt die Stadt mit seiner Kunst und agiert mit farbenfroher Zuneigung zu dieser Stadt.  Seine Werke bereichern mich um ein Lächeln, wenn im ihnen im Alltag begegne. Und das anstatt eines unsanften Hopser mit irgendeinem Fortbewegungsmittel durch ein Schlagloch. Die Idee dieses Mannes schlägt ein.

Und als ich einem Altansässigen dieser Stadt auf dem Weg zum Supermarkt dieses Phänomen erklären konnte, fühlte ich mich endgültig angekommen in Lyon.

Die Stadt vor meinen Füßen

beuys meets … funny van dannen

beide stammen ja vom „linken“ niederrhein, beide strahlen aus meiner sicht viel verrücktheit und kreativität aus und ich sehe auch gemeinsamkeiten in ihren weltanschauungen. funny van dannens werk umfasst etwa 10 bis 15 alben mit vielleicht 200 liedern, außerdem gibt es noch gedichte und kurzgeschichten von ihm und funny van dannen ist eigentlich maler. aber als maler hat er nie den erfolg bekommen, wie er ihn als „singer songwriter“ hat. seine musik ist wie eine große schatztruhe, du kannst immer darin stöbern und etwas finden, was du noch nicht kennst, manchmal findest du ramsch, aber meistens findest du ungewöhnliche besonderheiten. ich bin sehr froh funny van dannen gezeigt bekommen zu haben, er hat mich mit seinem humor und seiner verrücktheit aus mancher sackgasse befreit.

1000 Dinge

Johnny war ein Butterkeks er glaubte an die Liebe

doch er wurde aufgegessen, das tat weh.

Heidi war ein Wohnmobil, sie wollte in die Berge,

aber ihre Eigentümer fuhren an die See.

Die Dinge sind verzweifelt das Leben ist nicht fein

ein Keks kann nicht weinen und ein Wohnmobil nicht schrei´n.

Die Sachen sagen leise, seid bitte fair

sonst hau´n wir alle ab und euer Leben wird sehr schwer.

Tausend Dinge brauchen Liebe, tausend Dinge wollen glücklich sein.

Tausend Dinge sagen, bitte, könnt ihr vielleicht einmal aufmerksam sein.

Toni war ein Küchenmesser, wollte niemand weh tun

doch er musste schneiden bis er daran zerbrach.

Helga war ein Telefon, sie fand Gespräche eklig,

könnt ihr ahnen wie sie litt, wenn jemand lange sprach?

Billy war ein Tesafilm, er wollte nicht mehr kleben,

niemand riss den Zettel ab, der so an ihm hing.

Renate war ein Kaugummi, sie hatte Angst vor Zähnen,

sie wurde hart wie Stein, klar dass da was kaputt ging.

Die Dinge sind verzweifelt, das Leben ist nicht fein,

ein Keks kann nicht weinen und ein Wohnmobil nicht schrei´n.

Die Sachen sagen leise, seid bitte fair

sonst hau´n wir alle ab und euer Leben wird sehr schwer.

Tausend Dinge brauchen Liebe, tausend Dinge wollen glücklich sein.

Tausend Dinge sagen, bitte, könnt ihr vielleicht einmal aufmerksam sein.

beuys meets … funny van dannen